Montag, 10. Januar 2022

"Likes" sind so 2021


(Kann Spuren von Politik enthalten - in diesem Blog findet Ihr aktuelles von uns im Bezug auf den Rest der Welt, der/die Autor/in steht unten. Für rein musikalische News schaut bitte auf die Medienseiten.)

 

 

Am 13. März 2022 haben wir es geschafft, die "Corona- Krise" feiert ihr zweijähriges Jubiläum. Wie das Phänomen "Corona" nach zwei Jahren auf uns als Künstler wirkt, sei hier einmal zusammengefasst.

Die Medien und die Gefahr

Seit Anbeginn der Entdeckung des besagten Virus wird gemahnt und gewarnt. Wir erinnern uns alle an das viral gehende Video eines adipösen B-Promi Sängers, der uns schon damals klar vorwarf, es "immer noch nicht kapiert" zu haben. Damals war noch vieles unklar, wir waren zunächst besorgt, und wir beschlossen, vor allem im Sinne der verängstigten Mitmenschen brav die Regeln und Vorgaben der damaligen Regierung zu befolgen.

Schon kurze Zeit später häuften sich Widersprüche und gegenteilige Aussagen, und wir beobachteten schon damals für uns unerklärliche "Teambildungsphänomene" in der Online - Welt, so war man #teamdrosten bei Twitter und Facebook, #teamlauterbach lies nicht lang auf sich warten.Verzweiflung drängte Menschen in Positionen, die sie selbst kaum verstanden und in Detaildiskussionen wie ein Tier in Gefahr verteidigten.

Im ersten Sommer der Pandemie waren wir noch unterwegs, unter Auflagen spielten wir ausgerechnet in Italien, das ja durch die schier unglaublichen Katastrophenzustände in Bergamo längst in Verruf geraten war. In Deutschland war das die Zeit, in der man davon sprach, alle würden "wie die Fliegen" sterben, nun, dem war nicht so. Es wird aber auch nicht mehr darüber geredet.

Schon damals hatten wir angesichts der Bilder der verschreckten Bürger, die doppelt maskiert die Luft vor sich her mit Desinfektionsspray voller Angst vor vermeintlichen Viren zu säubern gedachten, vor allem Eines: Mitleid. Nicht jeder hat einen intakten Freundeskreis, nicht jeder steht mit beiden Beinen auf dem Boden, und die Mehrzahl unserer Mitmenschen befindet sich vielmehr in einem doppelmoralischen Konstrukt der Güte als in der Position, wirklich etwas Gutes für sich und andere bewerkstelligen zu können.

Die Medien feuern weiter, und wir fragen uns, warum ? Letztlich werden all die, die jetzt ihre anloge Vereinsamung mit digitalem Müll zu heilen versuchen, die Rechnung unterm Strich erst bekommen, wenn die, die schon immer die Hebel stellten, genug Geld verdient haben. Die Regierung als Ersatzmutter und Ersatzvater für noch nicht abgenabelte, unselbstständige, selbstzweifelnde Erwachsene.. ein Schreckensszenario der Gegenwart.

Das Totalversagen der Linken

Wir finden es beileibe auch nicht gut, mit Rechten zu demonstrieren, es ist wichtig, sich zu distanzieren und Vorsorge zu treffen, egal ob Agent Provocateur oder echter, dämlicher Reichsbürger: Solange auf Demos jedwede Deutschlandfahnen geschwenkt werden, ist nichts zu gewinnen. Ein gefundenes Fressen für eine erbärmliche Presse, die sich der Intellektualität abgewandt und dem Meinungsmoralismus zugewandt hat, ein Grund zum Anstossen für die Lobby, die genau das genau so will.

Wo sind die Linken ? Sie demonstrieren in kleinen Häufchen gegen die allgegenwärtigen Spaziergänge und sind nicht in der Lage, die abzuholen, die keineswegs rassistische Tendenzen haben, die, die eigentlich Schwestern und Brüder sind, werden pressegerecht in die Arme der falschen Retter getrieben - entweder in die Arme der Rechten - oder die Arme der Regierung. Daß da mal ein Linker regierungskritisch Zuflucht bieten würde: Fehlanzeige, nicht ohne das entblössende Narrativ "Lebensretter" mit der politisch stolz getragenen Maske im Gesicht. Wenn Mutti zahlt, ist man ein starker Weltverbesserer - wenn die Bedrohung kommt, landet Links gern schnell im Konsens mit verachtenswerter neoliberaler Politik.

Das Verkennen der Weltpolitik

Wir sehen es deutlich: Das nunmehr zwei Jahre andauernde Angsttrauma des dreuenden Todes wirkt. Und es vernebelt den Blick darauf, was die Regisseure der Weltpolitik treiben. Die seit der Regierung Kohl auf die Spitze getriebene Hörigkeit der Politiker auf die mächtige Lobby der Grosskonzerne wird inzwischen vom Weltwirtschaftsforum klar formuliert: Warum noch Politiker schmieren, wenn Konzerne doch viel besser ganz direkt regieren können ? Und das ehemals als Verschwörungstheorie geltende Thema "Great Reset" nimmt seinen Lauf, unbeachtet von all denen, die jetzt kurzsichtig nicht an den Gewohnheitsmedien vorbeischauen können, in Angst, traumatisiert.

Die Kanalisierung des eigentlichen Unglücks am Beispiel von:

DSDS. The Voice. Der Traum muss zwingend wahr werden: Jeder kann ein Popstar sein, jeder kann ein Influencer sein, man muß schön sein, reich sein, gut sein, politisch korrekt sein, erfolgreich sein, unsterblich sein. Nicht einfach nur Krankenpfleger oder Bauarbeiter, nein, es muß narzisstisch leuchten bis ins nächste Jahrhundert. Wenn auch nur als Pieks - Poster bei Facebook, mit dem sich, und wen wundert es, so manch unwichtiger Musiker aufzuwerten versucht.

Die jahrelange Befeuerung durch soziale Medien hat aus den meisten Menschen unglückliche Opfer gemacht, Menschen, die ihre Unzufriedenheit, ihre Unzulänglichkeit, ihre Unvollkommenheit und ihre Unwichtigkeit nun auf das Thema "Corona" konzentrieren. Endlich "Lebensretter" sein. The Winner takes it all, um mal Abba zu zitieren.

Endlich glücklich im Krieg, endlich einer Meinung, endlich von all den anderen kleinen, selbstzerstörerischen und unselbstständigen Lebenslügen freigesprochen.

Diesen Luxus können wir uns leider nicht leisten.

Wenn Ihr verzweifelt vor der undurchschaubaren Weltpolitik kapituliert, dann bleibt doch, so wie wir es auch tun, im Rahmen Eurer Fähigkeiten, macht Euer Ding, auch wenn Ihr mal neidisch darauf seid, wie hinterfragt wir diesbezüglich sind. Fragt doch mal, und wir können im offenen und friedlichen Diskurs dazu kommen, zumindestens partiell noch eine schöne Zukunft zu gestalten.

Ohne Hass, Doppelmoral und Verurteilungen.Ohne unangebracht überhebliche und unhinterfragte  Moralratschläge, ohne diese meterdicke Mauer im Kopf.

Oder eben nicht, aber dann ist nicht ganz klar, was Ihr hier auf unserer Seite wollt.

Wir brauchen keine "Likes" mehr. "Likes" sind so.. 2021.

Andreas R.


1 Kommentar:

  1. Da steht viel Gutes und Richtiges im Text, danke! U. a. zur Presse (die, soweit ich weiß, zum größten Teil in der Hand von vier Konzernen ist), die wie damals beim Neoliberalismus nur in das Horn des Vorgekauten bläst.

    AntwortenLöschen

Danke für Deinen Kommentar. Populistische, ideologische und dogmatische Inhalte werden wir hier allerdings nicht veröffentlichen.